Ohne Weinberge ist Weinmachen schwierig. Durch ihre gute Vernetzung in der Weinbranche konnte es 2018 dann doch direkt losgehen. Die Trauben kamen von befreundeten Winzer*innen, auch mal vom Weingut Breuer selbst. Was quasi als Hobby begann, wurde ab 2020 im kleinen Stil vermarktet, wobei sie den größten Absatz (selbstverständlich) in Schweden generierten.
Durch den beruflichen Hintergrund sind komplett Markus Lundén und Joel Welander frei in allen Entscheidungen und können Weine keltern, die ihrer ganz persönlichen Idee entsprechen und nicht den neusten Trends und Entwicklungen der Weinbranche folgen müssen. Auch haben sie viel Zeit, was die Möglichkeit eröffnet, Weine teilweise wesentlich länger im Fass liegen zu lassen. Kleine Mengen, mit Leidenschaft und frei von festgefahrenen Vorstellungen gemacht, um mit Genuss getrunken zu werden, das ist das erklärte Ziel. Weiterhin bietet sich natürlich die Möglichkeit, im Keller zu experimentieren und Grenzen neu auszuloten. Inspiration kommt aus den unterschiedlichsten Weinbauregionen Europas, vor allem aber dem Burgund und dem Jura, wobei die Low-Intervention-Philosophie wohl den prägendsten Einfluss hat.
Edith, Jussi und Co.
Alle Weine, die bis heute unter dem Label „Lundén&Welander“ auf den Markt kamen, tragen aus der Musik- oder Kunstbranche abgeleitete Namen wie „Edith“ oder „Luciano“. Dies spiegelt zum einem wider, dass die Musik Inspiration für die beiden ist und hier und da bei der Arbeit mal etwas lauter aufgedreht wird. Zugleich zeigt es, dass jeder Wein seine eigene und individuell Persönlichkeit besitzt. Es lässt sich schwer sagen, in welche Schublade man die Weine von Markus und Joel stecken könnte, wohl eher in gar keine. Auf jeden Fall sind es individuelle Weine mit Charakter, Seele und immensem Trinkvergnügen. Es bleibet spannend, was die beiden Schweden als Nächstes aus dem Hut zaubern.