In vino veri was? Großer Weinabend mit über 15 nachhaltigen Weinen

Samstag, 11. Februar 2017, ab 18 Uhr
Weinabend
In vino veri was?
Großer Weinabend mit über 15 nachhaltigen Weinen
Eintritt frei! (Probierkarte* (3 x 0,1l) 11 € und 17 €) 
Ort: vinocentral, Platz der Deutschen Einheit 21, Darmstadt
* bei einem Wein-Einkauf im vinocentral im Wert von 150 € am Abend der Veranstaltung kann der Wert der Probierkarte verrechnet werden.  

Nachhaltigkeit – das komplexe Thema, das sich seit einigen Jahren zumindest in den Medien durch alle Lebensbereiche zieht, ist für viele Menschen bereits ein Unwort. Obwohl sie manchmal wenig darüber wissen, geschweige denn unsere Gesellschaft als Ganzes diesbezüglich schon viel Nennenswertes erreicht hätte. Und so sind diejenigen, die tatsächlich darauf achten, durch ihren Lebensstil möglichst wenige ökologische oder soziale und damit langfristig auch wirtschaftliche Schäden zu verursachen, noch immer eine sehr kleine Minderheit und Biolebensmittel nach wie vor eine Randerscheinung – auch in Deutschland. Gerade mal rund 4,5% der hierzulande konsumierten Lebensmittel trägt ein Biosiegel. Und ausgerechnet beim durch Skandale gebeutelten Bereich der Fleischproduktion sind die Bio-Marktanteile niederschmetternd: schlappe 0,7% bei Geflügel, nur 1,4% bei Schweinefleisch. Eimerweise Chicken-Wings und XXL-Schnitzel zu Schleuderpreisen lassen grüßen.

Und wie sieht es beim Wein aus?
Betrachtet man die nackten Zahlen, sieht es beim Wein keinesfalls besser. Blickt man jedoch etwas tiefer, offenbart sich eine erfreuliche Entwicklung. Viele konventionelle Weingüter orientieren sich heute in Teilen an der ökologischen Landwirtschaft, ohne jedoch den finanziellen und auch bürokratischen Aufwand einer Biozertifizierung auf sich nehmen zu wollen – geschweige denn die Risiken. Das Bio-Siegel scheint sich als Marketinginstrument in der Weinbranche kaum bezahlt zu machen – die Bio-Methoden werden jedoch immer öfter als die besseren erkannt. Das sind trotz allem kleine Schritte in die richtige Richtung.

Jenseits des wirtschaftlichen Kalküls gibt es aber eine wachsende Zahl an Winzerinnen und Winzern, die noch sehr viel weiter geht, als die Bioverordnung der EU es vorschreibt. Sie wollen Weine schaffen, die einen möglichst unverfälschten und authentischen Charakter aufweisen. In diesem Zusammenhang ist dann oft von „Naturwein“ die Rede. Dazu arbeiten die Winzerinnen und Winzer im Weinberg mit biologischen oder sogar biodynamischen Methoden und verzichten weitgehend oder auch ganz auf die vermeintlichen Segnungen der industriellen Weinbau- und Kellertechnik. Stattdessen experimentieren sie gerne mit alternativen oder althergebrachten Methoden bei der Weinbereitung. So entstammen diesem Dunstkreis auch so genannte „Orange Wines“ also Weißweine, die wie Rotweine auf der Maische vergoren werden und dadurch einen ganz eigenen Charakter erhalten. Manchmal kommen auch Ton-Amphoren zum Einsatz, das vermutlich ursprünglichste Gefäß für den Weinausbau – sehr viel älter als das Holzfass, geschweige denn der Stahltank. Auch das Thema Schwefel, der dem Wein traditionell zur Stabilisierung zugesetzt wird, spielt hier eine große Rolle. Man versucht, ihn immer stärker zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Kein kleines Risiko.

Die Zahl der biodynamischen Weingüter nimmt zu
Auffallend ist aber vor allem die steigende Zahl der biodynamischen Weingüter. Dabei bringt die Biodynamie zunächst einen sehr viel höheren Arbeitsaufwand mit sich, weil zum Beispiel deutlich mehr Handarbeit anfällt. Das können im Einzelfall bis zu 100% mehr Arbeitsstunden sein als in einem konventionellen Betrieb. Und für manchen bedeutet die esoterische Geisteshaltung und Methodik hinter diesem Ansatz eine schwere Prüfung für das rationale Weltbild. Sie geht auf Rudolf Steiner zurück, den Begründer der Anthroposophie, der im Rahmen seiner philosophischen Lehre zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderem die Waldorfpädagogik und eben auch die „Grundlagen einer biologisch-dynamischen Landwirtschaft“ entwickelte. Im Zentrum stehen dabei eine ausgeprägt ganzheitliche Sicht auf das Verhältnis von Mensch und Natur und die biodynamischen Präparate, mit denen der Kompost bereitet oder der Weinberg eher homöopathisch versorgt wird. Die berühmten Kuhhörner, die mit Kuhmist oder Quarzmehl gefüllt im Boden vergraben werden, um dort „kosmische Kräfte“ aufzunehmen, sind hinlänglich bekannt und werden gerne medial ausgeschlachtet.

Der blinde Glaube an konventionelle Methoden ist erschüttert
Auch wenn die Biodynamiker von ihren Kritikern noch immer als „esoterische Spinner“ abgetan werden, sind ein paar Dinge nicht von der Hand zu weisen: Das anthroposophische Weltbild verändert zuallererst den Menschen und macht ihn sensibler und achtsamer für die Natur um ihn herum, weil er sich als Teil dieses ganzheitlichen Systems sehen lernt, in das er nur möglichst behutsam eingreift. Wohingegen die naturwissenschaftlich basierte Agrarindustrie mit ihrer isolierten Betrachtungsweise noch immer dazu neigt, schlagkräftige Patentlösungen zu entwickeln, die im Nebeneffekt mehr neue Probleme erzeugen, die man wiederum isoliert betrachtet zu lösen versucht. So hat sich in der Vergangenheit vermeintlicher Fortschritt in der Landwirtschaft oftmals als Teufelskreis erwiesen und den blinden Glauben an die konventionellen Methoden zu Recht erschüttert. Viele Winzerinnen und Winzer, die sich dem biodynamischen Wirtschaften verschrieben haben, konnten zudem durch den Wandel eine ausgeprägte Qualitätssteigerung erreichen – auch wenn sie zuvor schon zu den Spitzenerzeugern zählten. Die Zeiten von dünnen, dilettantisch produzierten Ökoweinchen, die im Reformhausregal zu überhöhten Preisen vor sich hin dümpelten, sind jedenfalls vorbei. Gute, einfache und ehrliche Bioweine gibt es heute im vinocentral-Sortiment bereits ab 8 Euro. Vor allem die Biodynamie ist jedoch auch in der absoluten Spitze angekommen – und ihre Vertreter wagen in ihren Weinen oft ein Höchstmaß an Charakter und Ausdruck. Das trifft nicht immer den Geschmack der Massen, bereitet aber aufgeschlossenen und neugierigen Weinfreundinnen und -freunden einzigartige Weinerlebnisse.

Wein ist reiner Luxus und keine Lebensnotwendigkeit – auch wenn an dieser Stelle ein Aufschrei durchs Weinteam im vinocentral gehen mag – und damit in Sachen Nachhaltigkeit per se nicht unproblematisch. Wein ist aber auch ein uraltes Kulturgut. Die bislang älteste Kelteranlage wurde im Iran gefunden und ist über 7.000 Jahre alt. Damals war Wein sicherlich alles andere als ein durchgestyltes Industrieprodukt – und alle heutigen Bestrebungen, dieses Kulturgut in seinem ursprünglichen Sinne zu würdigen und zu gewährleisten, dass seine Lebensgrundlage auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt, sind ein Fortschritt mit nachhaltiger Wirkung.

19 gelungene Beispiele dafür hat das vinocentral-Weinteam für diesen besonderen Verkostungsabend am Samstag, den 11. Februar, aus dem Sortiment ausgesucht. Dazu gibt es die delikaten Bio-Spezialitäten der Schinkenmanufaktur Thum aus Wien.

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