Frankreich: Bruno Clavelier, Burgund

Vom Rugby zum Fine Wine

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts hat das Familienweingut von Bruno Clavelier in Vosne-Romanée an der burgundischen Côte de Nuits seinen Sitz – ein gelobter Landstrich im Mythos Burgund. Nach schwierigen Zeiten im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert – nach Krieg, Reblaus- und anderen Krisen – war es Bruno Claveliers Großvater mütterlicherseits, Joseph Brosson, der das Gut ab 1935 konsequent neu aufbaute. Die Trauben wurden zu dieser Zeit noch an ein Handelshaus abgegeben, das wiederum der Großvater väterlicherseits gegründet hatte. Dieses Handelshaus Clavelier existiert noch immer, wurde jedoch 1991 verkauft und steht heute in keinerlei Verbindung mehr zur Familie. Die wertvollen Rebflächen blieben dagegen stets in ihrem Besitz und nach einer erfolgreichen Karriere als Rugbyspieler fasste Bruno Clavelier 1987 den Entschluss, sich künftig der Familientradition zu widmen. Das Rüstzeug dazu holte er sich in einem Önologie-Studium in Dijon. Nach Erhalt des Diploms krempelte er die Ärmel hoch, stellte den Familienbetrieb unter seinem Namen neu auf – und ging direkt in die Vollen.

Start-up in der Poleposition des Burgund

Das wertvollste Startkapital verdankte er dabei wohl seinem Großvater Joseph. Dieser hatte in den 1930er- und 40er-Jahren in sogenannter massaler Selektion die Rebstöcke nachgepflanzt. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es sich bei den Neupflanzungen nicht um irgendwelche Züchtungen handelt, sondern um Klone von ausgewählten Rebstöcken, die sich am jeweiligen Standort am besten bewährt haben. Mit diesem wertvollen Rebbestand ließ der Großvater seinen Enkel nicht alleine. Die ersten zehn Jahre stand der betagte Winzerveteran Bruno Clavelier mit seinem Erfahrungsschatz beratend zur Seite – auch das eine Starthilfe von unschätzbarem Wert. Denn es braucht oft einige Jahrgänge, bis ein Winzer seine Böden und seine Reben wirklich versteht. Und Clavelier wusste dieses Kapital zu nutzen. Schon bald wurde die internationale Burgunderszene auf den ambitionierten Newcomer aufmerksam und bereits ab 1992 traute er sich zu, endlich den gesamten Ertrag unter eigenem Namen zu vermarkten.
Im Keller sorgte er für sinnvolle technologische Neuerungen wie eine pneumatische Presse, die eine besonders schonende Verarbeitung der Maische ermöglicht. Im Weinberg hingegen hielt schon recht bald die biodynamische Wirtschaftsweise Einzug – gerade im Burgund damals noch ein Ausnahmefall. Mit den Jahren konnte Clavelier auf Basis seiner ersten kommerziellen Erfolge auch weitere Parzellen zukaufen. Seine gerade mal 6,5 Hektar erstrecken sich heute über die berühmten Appellationen Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Vosne-Romanée und Nuits Saint Georges in der Côte de Nuits bis zur Grand-Cru-Appellation Corton in der angrenzenden Côte de Beaune.

Weltweit begehrte Trouvaillen aus Vosne-Romanée

Große Terroirs zu erben, ist eine Sache – eine ganz andere aber, daraus auch große Weine hervorzubringen. Das erfordert eine klare Vision, Talent, Leidenschaft und harte Arbeit. Ganz ohne Zweifel bringt Bruno Clavelier all das mit. Er ist ein ebenso akribischer wie versierter Qualitätsfanatiker und feinsinniger Kunsthandwerker, der es im Weinberg versteht, bestmöglich mit der Natur zu arbeiten, ihr ihren Lauf zu lassen, zu beobachten und behutsam einzugreifen, wenn es notwendig wird.
Am Ende der Vegetationsperiode gehen seine erfahrenen „Pflückerinnen“, die zum Großteil seit vielen Jahren zur Ernte ins Weingut kommen – manche seit Generationen – ans Werk. Die „Hebammen der Weinlese“, wie Clavelier sie nennt, lesen streng selektiv und kennen jede einzelne Parzelle und die jeweiligen Qualitätsanforderungen genau. Den schnellen Abtransport der Kisten mit den gelesenen Trauben ins Weingut übernehmen dann Männer, oft ehemalige Rugby-Kollegen. Dort gibt es eine zweite penible Selektion von Hand auf dem hochmodernen Sortiertisch. Die langsame Maischegärung erfolgt spontan und wird dabei mindestens zweimal täglich kontrolliert. Danach durchlaufen die jungen Weine noch die malolaktische Fermentation sowie den Ausbau für bis zu 18 Monate in feinporigen französischen Eichenfässern – mit nur sanftem Toasting und niemals mehr als einem Drittel neuem Holz. Verarbeitung und Ausbau zielen auf einen möglichst geringen Schwefelbedarf des Weines ab und bei den Crus wird weder geschönt noch filtriert. So entstehen die heute weltweit begehrten Trouvaillen Bruno Claveliers, die nur in winzigen Zuteilungen an ausgewählte Handelspartner*innen gehen. Und wir sind durchaus ein bisschen stolz, ein kleiner Teil dieses erlauchten Kreises zu sein.

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Frankreich: Bruno Clavelier, Burgund

Vom Rugby zum Fine Wine

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts hat das Familienweingut von Bruno Clavelier in Vosne-Romanée an der burgundischen Côte de Nuits seinen Sitz – ein gelobter Landstrich im Mythos Burgund. Nach schwierigen Zeiten im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert – nach Krieg, Reblaus- und anderen Krisen – war es Bruno Claveliers Großvater mütterlicherseits, Joseph Brosson, der das Gut ab 1935 konsequent neu aufbaute. Die Trauben wurden zu dieser Zeit noch an ein Handelshaus abgegeben, das wiederum der Großvater väterlicherseits gegründet hatte. Dieses Handelshaus Clavelier existiert noch immer, wurde jedoch 1991 verkauft und steht heute in keinerlei Verbindung mehr zur Familie. Die wertvollen Rebflächen blieben dagegen stets in ihrem Besitz und nach einer erfolgreichen Karriere als Rugbyspieler fasste Bruno Clavelier 1987 den Entschluss, sich künftig der Familientradition zu widmen. Das Rüstzeug dazu holte er sich in einem Önologie-Studium in Dijon. Nach Erhalt des Diploms krempelte er die Ärmel hoch, stellte den Familienbetrieb unter seinem Namen neu auf – und ging direkt in die Vollen.

Start-up in der Poleposition des Burgund

Das wertvollste Startkapital verdankte er dabei wohl seinem Großvater Joseph. Dieser hatte in den 1930er- und 40er-Jahren in sogenannter massaler Selektion die Rebstöcke nachgepflanzt. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es sich bei den Neupflanzungen nicht um irgendwelche Züchtungen handelt, sondern um Klone von ausgewählten Rebstöcken, die sich am jeweiligen Standort am besten bewährt haben. Mit diesem wertvollen Rebbestand ließ der Großvater seinen Enkel nicht alleine. Die ersten zehn Jahre stand der betagte Winzerveteran Bruno Clavelier mit seinem Erfahrungsschatz beratend zur Seite – auch das eine Starthilfe von unschätzbarem Wert. Denn es braucht oft einige Jahrgänge, bis ein Winzer seine Böden und seine Reben wirklich versteht. Und Clavelier wusste dieses Kapital zu nutzen. Schon bald wurde die internationale Burgunderszene auf den ambitionierten Newcomer aufmerksam und bereits ab 1992 traute er sich zu, endlich den gesamten Ertrag unter eigenem Namen zu vermarkten.
Im Keller sorgte er für sinnvolle technologische Neuerungen wie eine pneumatische Presse, die eine besonders schonende Verarbeitung der Maische ermöglicht. Im Weinberg hingegen hielt schon recht bald die biodynamische Wirtschaftsweise Einzug – gerade im Burgund damals noch ein Ausnahmefall. Mit den Jahren konnte Clavelier auf Basis seiner ersten kommerziellen Erfolge auch weitere Parzellen zukaufen. Seine gerade mal 6,5 Hektar erstrecken sich heute über die berühmten Appellationen Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Vosne-Romanée und Nuits Saint Georges in der Côte de Nuits bis zur Grand-Cru-Appellation Corton in der angrenzenden Côte de Beaune.

Weltweit begehrte Trouvaillen aus Vosne-Romanée

Große Terroirs zu erben, ist eine Sache – eine ganz andere aber, daraus auch große Weine hervorzubringen. Das erfordert eine klare Vision, Talent, Leidenschaft und harte Arbeit. Ganz ohne Zweifel bringt Bruno Clavelier all das mit. Er ist ein ebenso akribischer wie versierter Qualitätsfanatiker und feinsinniger Kunsthandwerker, der es im Weinberg versteht, bestmöglich mit der Natur zu arbeiten, ihr ihren Lauf zu lassen, zu beobachten und behutsam einzugreifen, wenn es notwendig wird.
Am Ende der Vegetationsperiode gehen seine erfahrenen „Pflückerinnen“, die zum Großteil seit vielen Jahren zur Ernte ins Weingut kommen – manche seit Generationen – ans Werk. Die „Hebammen der Weinlese“, wie Clavelier sie nennt, lesen streng selektiv und kennen jede einzelne Parzelle und die jeweiligen Qualitätsanforderungen genau. Den schnellen Abtransport der Kisten mit den gelesenen Trauben ins Weingut übernehmen dann Männer, oft ehemalige Rugby-Kollegen. Dort gibt es eine zweite penible Selektion von Hand auf dem hochmodernen Sortiertisch. Die langsame Maischegärung erfolgt spontan und wird dabei mindestens zweimal täglich kontrolliert. Danach durchlaufen die jungen Weine noch die malolaktische Fermentation sowie den Ausbau für bis zu 18 Monate in feinporigen französischen Eichenfässern – mit nur sanftem Toasting und niemals mehr als einem Drittel neuem Holz. Verarbeitung und Ausbau zielen auf einen möglichst geringen Schwefelbedarf des Weines ab und bei den Crus wird weder geschönt noch filtriert. So entstehen die heute weltweit begehrten Trouvaillen Bruno Claveliers, die nur in winzigen Zuteilungen an ausgewählte Handelspartner*innen gehen. Und wir sind durchaus ein bisschen stolz, ein kleiner Teil dieses erlauchten Kreises zu sein.

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