Unser schönstes Weinmessen-Erlebnis: die Summa in Südtirol

Die Summa ist eine kleine, aber feine Weinmesse in der Ortschaft Margreid im südlichen Alto Adige. Initiiert und seit 18 Jahren alljährlich veranstaltet wird sie von dem renommierten Südtiroler Winzer Alois Lageder. Drei Tage lang präsentieren qualitätsbewusste Winzerinnen und Winzer aus aller Welt im Ansitz Casòn Hischprunn ausgesuchte Weine. Das historische Anwesen aus dem 13. Jahrhundert gehörte bis 1815 der Familie Prunner-Hirschprunn. Nach wechselvoller Geschichte erwarb es Lageder zusammen mit 31 ha Weinbergen 1991 von der bischhöflichen Kurie von Trier. Heute beherbergt es die Weinschenke Vineria Paradeis des Weinguts. Zudem finden in den behutsam restaurierten Räumen regelmäßig Konzerte, Kongresse, Feiern – und natürlich die Summa statt.

Unser vinocentral-Team war zwei Tage lang auf der Messe unterwegs, um neue Weine zu entdecken. Dabei haben wir nicht nur wunderbare Tropfen verkostet, sondern auch das einzigartige Ambiente genossen. Denn für die Summa gilt, was sich Alois Lageder für seinen gesamten Betrieb zum Ziel gesetzt hat: auch in der „Arbeitswelt“ eine schöne, lebenswerte Umgebung zu schaffen. Hier einige Eindrücke von unserem Besuch:    Summa 1

Wie anstrengend und nervenaufreibend war in Verona immer die Anfahrt vom Hotel zur Weinmesse „Vinitaly“. Anders bei der parallel stattfindenden Summa. Wir wandern entspannt auf dem Weinlehrpfad von Tramin ins sieben Kilometer entfernte Margreid. Nachhaltiger geht es nicht.

War auf dem Weinlehrpfad eine hölzerne Hand unser Zeichen, so weisen uns in Margreid rosarotfarbende Aufkleber auf dem Pflaster den Weg von der Kellerei Alois Lageder im Ansitz Tor Löwengang zur Weinmesse im Casòn Hirschprunn.

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Es gibt viel Neues zu entdecken, aber auch einige Bekannte wieder zu treffen. Im ersten Stock des charmanten Ansitzes treffen wir gleich auf vier Winzerinnen und Winzer, die bereits im vinocentral-Sortiment vertreten sind: auf Angela Kühn vom Rheingauer Weingut Peter Jakob Kühn, Winzer des Jahres 2016 (Gault&Millau), Clemens Busch von der Mosel, Simone Leiner vom Pfälzer Weingut Jürgen Leiner sowie auf Stefan Sander aus dem rheinhessischen Mettenheim, der von seinem „Schlossberg“ bei gutem Wetter bis nach Darmstadt blicken kann. Manchmal muss man weit fahren, um sich zu begegnen!

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1995 hat Alois Lageder, der den Großteil seiner Weine biodynamisch ausbaut, den Familienansitz Tor Löwengang um ein neues Kellereigebäude erweitert. Mit seiner nachhaltigen Bauweise aus baubiologischen Materialien und einer großen Fotovoltaik-Anlage ist es Vorreiter für moderne, nachhaltige Architektur in Südtirol. Damit die Trauben so schonend wie möglich verarbeitet werden können, wird die gesamte Höhe des 17 Meter hohen Kelterturms ausgenutzt: Ohne Pumpen, nur mithilfe der Schwerkraft werden sie von oben hinunter in die Gärbehälter befördert.

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Nach Lageders Auffassung sollten die Trauben auch nach dem Rebschnitt noch in Verbindung mit der Natur stehen, deshalb hat er „die Natur in die Räume hineingebracht“ – und das nicht nur durch biologisches Baumaterial: wenn der Wind über den Dächern von Tor Löwengang weht, dann ertönt tief unten im Weinkeller Johann Sebastian Bachs 6. Brandenburgisches Konzert in verlangsamter Form, um den hier reifenden Weinen das Rauschen des Windes zurückzugeben. Wir sind beeindruckt: hier stimmt wirklich alles!

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Text: Janne Böckenhauer
Fotos:  Janne Böckenhauer, Michael Bode-Böckenhauer