Gorgo, Venetien
Foto©Gorgo
Geschichte und Gegenwart
Gegründet wurde das Weingut 1975 von Alberta und Roberto Bricolo, die beide ihre ursprünglichen Berufe aufgaben, um ihren Traum vom eigenen Weingut zu verwirklichen. Mit Mut, Fantasie und Entschlossenheit bauten sie den Betrieb Schritt für Schritt auf. Bereits in den 1980er-Jahren fanden die Weine zunächst in der Region Verona, später auch international Anerkennung. Früh erkannten die Bricolos zudem die Bedeutung des direkten Kundenkontakts: Besucher*innen waren stets willkommen, Verkostungen und persönliche Begegnungen wurden zum festen Bestandteil der Philosophie. 2014 übernahm Tochter Roberta Bricolo die Leitung des inzwischen 53 Hektar umfassenden Betriebs. Eigentlich auf dem Weg in eine juristische Karriere, entschied sie sich bewusst für das Leben als Winzerin. Heute führt sie das Familienweingut mit klarer Haltung und zeitgemäßem Qualitätsverständnis, unterstützt von einem jungen, dynamischen Team und beraten von erfahrenen Önologen.
Preisgekrönte Architektur
Auch architektonisch setzt Gorgo Maßstäbe. Die umfassenden Renovierungen und Erweiterungen in den Jahren 2005 und 2015 – geplant vom Studio Bricolo-Falsarella – verbinden die regionale Bautradition mit einer modernen Formensprache. Naturstein aus Vicenza und Verona prägt die Anlage. Ein neuer Flügel aus massiven Steinblöcken verbindet Vinothek, Innenhof und Landschaft. Die Architektur wurde mehrfach ausgezeichnet. Zudem wurde der „Brolo“ der Cantina Gorgo 2022 in die Auswahl der elf bedeutendsten neu gebauten Weingüter Italiens aufgenommen.
Das Weingut ist ganzjährig für Besucher*innen geöffnet und bietet Führungen sowie Verkostungen in einem Ambiente an, das Wein, Landschaft und Architektur harmonisch verbindet.
Konsequent Bio
„Zu Bio gibt es keine Alternative“ – dieser Leitsatz prägt die Arbeit von Gorgo. Bei ihrer Übernahme stellte Roberta Bricolo sämtliche Weinberge konsequent auf biologischen Anbau um. Alle 53 Hektar sind biozertifiziert. Der biologische Weinbau versteht sich hier nicht als Trend, sondern als langfristiges Modell nachhaltiger Entwicklung. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger sind ausgeschlossen. Stattdessen setzt man auf Begrünung, organische Düngung, Förderung der Biodiversität, Heckenpflanzungen, natürliche Schädlingsregulierung und sorgfältige Handarbeit. Der Weinberg wird als eigenständiges Ökosystem betrachtet, dessen Gleichgewicht bewahrt werden muss. Auch im Keller verfolgt Gorgo eine klare Linie: Es werden keine tierischen Produkte oder allergenen Schönungsmittel eingesetzt, Ressourcenverbrauch und CO₂-Fußabdruck werden kontinuierlich optimiert.
Der Stil der Weine ist geprägt von Authentizität, Finesse und Klarheit. Sie spiegeln die kalkreichen Moränenböden und das milde Klima wider. Typisch sind feine Frucht, lebendige Frische und elegante Struktur. Tradition und moderner Anspruch stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern im Gleichgewicht. Ziel ist es, Weine zu erzeugen, die ihrer Herkunft treu bleiben und zugleich eine zeitgemäße, frische Ausdruckskraft besitzen.
Custoza - Terroir zwischen Verona und Gardasee
Südöstlich des Gardasees, unweit von Verona, liegt das sanft gewellte Hügelland von Custoza – eine Landschaft moränischen Ursprungs, die von den Gletschern der letzten Eiszeit geformt wurde. Die Böden sind geprägt von Geröll, Kieseln, Humus und kalkreichem Ton. Die kalkreichen Böden eignen sich hervorragend für den Weinbau. Hinzu kommt das besondere Klima: Die Nähe zum Gardasee sorgt für milde Temperaturen und mediterrane Einflüsse – eine Besonderheit in Norditalien. Die vom See kommenden Winde wirken temperaturausgleichend und begünstigen eine langsame, gleichmäßige Reife der Trauben. Auch die Cantina Gorgo ist hier zu Hause und seit mehreren Jahrzehnten tief verwurzelt im Terroir von Custoza.
