Frankreich: Domaine des Roches Neuves, Loire

Schön trinkt’s sich in der Nische

Mit den Rotweinen von der Loire ist es in Deutschland ein bisschen wie mit Zehenschuhen: Eine winzige gesellschaftliche Nischenbevölkerung hat einen Heidenspaß damit, der Rest zuckt mit den Schultern oder schüttelt den Kopf. Zu eigenwillig, zu feingliedrig, zu leicht und zu straight sind sie für den Massengeschmack, der Finesse und Eleganz eher im Weißwein wahrnehmen möchte. Wenn überhaupt. Dabei ist eine der wichtigsten roten Rebsorten des Loire-Tals, der Cabernet Franc, auch im populären Bordeaux fest verwurzelt. Hilft nix. Auch nicht, dass einer der besten Winzer der Loire ursprünglich ebenfalls aus dem Bordelais stammt und diesem angeblich gelangweilt den Rücken kehrte: Thierry Germain hat in den 1990er-Jahren das Weingut Domaine des Roches Neuves an der Loire übernommen und es damit sogar zum Winzer des Jahres in der Revue du Vin de France gebracht. Spätestens seit dem genießt er Kultstatus. Neben herausragenden Cabernet Francs produziert Monsieur Germain auch noch wunderbare Chenin blancs – eine Rebsorte, mit der man als Weinhandlung in Deutschland ebenfalls eher auf Granit beißt. Nichtsdestotrotz – oder gerade deshalb – zählt die Domaine des Roches Neuves zu unseren ganz besonderen Lieblingen, deren Weine wir jedem dringend ans Herz legen möchten.

Spitzenerzeuger an der Loire

Kurz das Wichtigste: Das Weingut liegt ziemlich genau in der Mitte des Loire-Tals, in der Appellation Saumur-Champigny, die auch dem wunderbar saftig-samtigen Einstiegs-Cabernet seinen Namen gibt. Als Germain das Weingut übernahm, wurde es bereits biodynamisch bewirtschaftet, was er seither fortführt und stetig verfeinert. Die Erträge liegen bei geradezu kärglichen 15 bis 30 Hektolitern pro Hektar – ein weiteres untrügliches Zeichen für Qualitäts- statt Profitorientierung.
Die Domaine bewirtschaftet mittlerweile rund 28 Hektar mit zum Teil sehr alten, noch wurzelechten Rebstöcken, die angeblich noch nie mit chemischen Pestiziden in Berührung kamen. Die Böden sind größtenteils von schluffigem Sand und Kalkstein-Lehm, aber auch von Feuerstein geprägt. Handlese und strenge Selektion am Sortiertisch verstehen sich beim Qualitätsanspruch der Domaine natürlich von selbst. Vergoren wird in offenen Holzfudern oder im Betontank, ausgebaut im großen Holzfass oder auch mal in der Amphore, selten im Stahl.
Das Barrique ist bei Germain ziemlich passé. Letzteres trägt vermutlich ebenfalls zum Nischendasein im deutschen Markt bei. Cabernet ohne Holz? Undenkbar! Und dass Germain dann auch noch dem Dunstkreis der antiautoritären bis offen anarchistischen Naturweinwinzer zuzurechnen ist, seine Weine so wenig wie möglich manipuliert, schönt oder filtriert und höchstens minimal, manchmal auch gar nicht schwefelt, macht die Nische natürlich gleich noch mal ein gutes Stück nischiger. Aber der Mainstream ahnt ja gar nicht, was er da verpasst!

Schön trinkt’s sich in der Nische Mit den Rotweinen von der Loire ist es in Deutschland ein bisschen wie mit Zehenschuhen: Eine winzige gesellschaftliche Nischenbevölkerung hat einen... mehr erfahren »
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Frankreich: Domaine des Roches Neuves, Loire

Schön trinkt’s sich in der Nische

Mit den Rotweinen von der Loire ist es in Deutschland ein bisschen wie mit Zehenschuhen: Eine winzige gesellschaftliche Nischenbevölkerung hat einen Heidenspaß damit, der Rest zuckt mit den Schultern oder schüttelt den Kopf. Zu eigenwillig, zu feingliedrig, zu leicht und zu straight sind sie für den Massengeschmack, der Finesse und Eleganz eher im Weißwein wahrnehmen möchte. Wenn überhaupt. Dabei ist eine der wichtigsten roten Rebsorten des Loire-Tals, der Cabernet Franc, auch im populären Bordeaux fest verwurzelt. Hilft nix. Auch nicht, dass einer der besten Winzer der Loire ursprünglich ebenfalls aus dem Bordelais stammt und diesem angeblich gelangweilt den Rücken kehrte: Thierry Germain hat in den 1990er-Jahren das Weingut Domaine des Roches Neuves an der Loire übernommen und es damit sogar zum Winzer des Jahres in der Revue du Vin de France gebracht. Spätestens seit dem genießt er Kultstatus. Neben herausragenden Cabernet Francs produziert Monsieur Germain auch noch wunderbare Chenin blancs – eine Rebsorte, mit der man als Weinhandlung in Deutschland ebenfalls eher auf Granit beißt. Nichtsdestotrotz – oder gerade deshalb – zählt die Domaine des Roches Neuves zu unseren ganz besonderen Lieblingen, deren Weine wir jedem dringend ans Herz legen möchten.

Spitzenerzeuger an der Loire

Kurz das Wichtigste: Das Weingut liegt ziemlich genau in der Mitte des Loire-Tals, in der Appellation Saumur-Champigny, die auch dem wunderbar saftig-samtigen Einstiegs-Cabernet seinen Namen gibt. Als Germain das Weingut übernahm, wurde es bereits biodynamisch bewirtschaftet, was er seither fortführt und stetig verfeinert. Die Erträge liegen bei geradezu kärglichen 15 bis 30 Hektolitern pro Hektar – ein weiteres untrügliches Zeichen für Qualitäts- statt Profitorientierung.
Die Domaine bewirtschaftet mittlerweile rund 28 Hektar mit zum Teil sehr alten, noch wurzelechten Rebstöcken, die angeblich noch nie mit chemischen Pestiziden in Berührung kamen. Die Böden sind größtenteils von schluffigem Sand und Kalkstein-Lehm, aber auch von Feuerstein geprägt. Handlese und strenge Selektion am Sortiertisch verstehen sich beim Qualitätsanspruch der Domaine natürlich von selbst. Vergoren wird in offenen Holzfudern oder im Betontank, ausgebaut im großen Holzfass oder auch mal in der Amphore, selten im Stahl.
Das Barrique ist bei Germain ziemlich passé. Letzteres trägt vermutlich ebenfalls zum Nischendasein im deutschen Markt bei. Cabernet ohne Holz? Undenkbar! Und dass Germain dann auch noch dem Dunstkreis der antiautoritären bis offen anarchistischen Naturweinwinzer zuzurechnen ist, seine Weine so wenig wie möglich manipuliert, schönt oder filtriert und höchstens minimal, manchmal auch gar nicht schwefelt, macht die Nische natürlich gleich noch mal ein gutes Stück nischiger. Aber der Mainstream ahnt ja gar nicht, was er da verpasst!

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