Meine-Nahe-Stopp 5: Weingut Korrell in Bad Kreuznach-Bosenheim

Himmlisch, wenn die eigene, zentrale Weinbergslage „Paradies“ heißt. In dieser beneidenswerten Situation ist Martin Korrell vom Weingut Korrell Johanneshof in Bad Kreuznach-Bosenheim, der letzten Station unserer Nahe-Rundreise. Dorf und Weinberg liegen direkt an der östlichen Grenze des Anbaugebietes. „Vor der Gebietsreform von 1971 war das hier Rheinhessen. Heute ist der Bosenberg geteilt: Die Nordseite gehört nach wie vor zu Rheinhessen, der Südhang mit der Lage ‚Kreuznacher Paradies‘ zur Region Nahe“, erzählt der Winzer.

Oben: Die Mauer zeigt deutlich welcher Bodentyp hier vorherrschend ist: gelblich-grauer Kalkmergel. Von li nach re: Das Paradies ist für den voll beladenen vinocentral-Bus zu steil. Frühburgunder-Reben am Paradies. Blick nach Rheinhessen.
Oben: Die Mauer zeigt deutlich welcher Bodentyp hier vorherrschend ist: gelblich-grauer Kalkmergel. Von li nach re: Das Paradies ist für den voll beladenen vinocentral-Bus zu steil. Frühburgunder-Reben am Paradies. Blick nach Rheinhessen.

Wie ein Solitär liegt der kegelförmige Berg in der Landschaft, nur die extreme Steigung erinnert noch an unsere vorangegangenen Nahe-Stopps, sonst ist die Landschaft hier schon deutlich rheinhessisch geprägt.

Dies mag auch der Grund dafür sein, dass Martin Korrell einer der wenigen Nahe-Winzer ist, die ebenfalls rote Trauben anbauen. Sein Frühburgunder Johannes K QbA 2012 ist der einzige Rotwein bei unserem großen Nahe-Weinabend. Er belegt eindrücklich, dass Lage und Böden hier bestens geeignet sind, um sortentypische Burgunder zu erzeugen: feine Beerenaromen gepaart mit süßlichen Holznoten machen ihn zu einem tollen Begleiter von Wildgerichten. Bei einem beachtlichen Mostgewicht von 103° Oechsle ist er wunderbar durchvergoren, sodass er nur noch 1 g Restzucker besitzt.

Ganz anders unsere weitere Wahl: eine Cuvée aus Muskateller und Riesling, die mit ihren 74,8 g Restzucker fast schon Auslese-Format hat. Eine gelungene Kombination aus Fruchtsüße und Säure der beiden gegensätzlichen Traubensorten! Für alle, die es gerne anregend und fruchtig mögen, haben wir sie nach der Abholung in Bosenheim direkt in unseren offenen Ausschank aufgenommen.

Die Korrells sind Nachfahren spanischer Einwanderer und betreiben seit 1832 Weinbau, 1967 wurde gänzlich auf Wein umgestellt. Martin Korrell hat den Johanneshof 1999 von seinem Vater übernommen. Unter seiner Leitung wurde das Sortiment deutlich gestrafft und die Weine stetig verbessert. Heute stehen sie auf der Weinkarte ebenso renommierter wie unterschiedlicher Restaurants wie dem Palais Hansen Kempinski in Wien oder Tim Mälzers Bullerei in Hamburg. Auch im Auswärtigen Amt und in der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin wird Korrell-Wein ausgeschenkt. Jetzt folgt das vinocentral in Darmstadt. Paradiesisch!

Von oben li nach unten re: Solitär in der Landschaft: Der Weinberg Paradies. Letzte Ausfahrt „Weinregion Nahe“: Die Hauptstraße von Bosenheim führt direkt nach Rheinhessen. Oben auf dem Paradies. Martin und Britta Korrell. Blick vom Paradies nach Rheinhessen.
Von oben li nach unten re: Solitär in der Landschaft: Der Weinberg Paradies. Letzte Ausfahrt „Weinregion Nahe“: Die Hauptstraße von Bosenheim führt direkt nach Rheinhessen. Oben auf dem Paradies. Martin und Britta Korrell. Blick vom Paradies nach Rheinhessen.


Unsere Weinauswahl für den Weinabend „Meine Nahe!“

Muskateller & Riesling fruchtig QbA 2015
Manche mögen’s fruchtig – und die kommen hier voll auf ihre Kosten. Trotz des relativ hohen Restzuckergehalts schmeckt der Wein einfach nur sehr traubig – keinesfalls zuckrig oder fett. Auch hier sind mit Muskateller und Riesling zwei Diven am Werk, die bestens harmonieren. Feinwürzig, süffig, mit markanter Aromatik – aber leider nichts für Diabetiker.

Frühburgunder Rotwein Johannes K QbA 2012
Ein Jahr im klassischen Holzfass und im Barriquefass gelagert.
Nahe-Land ist eigentlich Weißweinland. Was den Seltenheitswert in diesem Fall noch unterstreicht, ist die Rebsorte Frühburgunder – die wenig beachtete frühreife Schwester des Spätburgunders. Und die gibt hier einfach alles: Noten von gekochten Himbeeren und Pflaumen, Leder und Speck mit etwas Gummi. Am Gaumen kraftvoll und erdig mit feinen Tanninen. Ein schöner Säurenerv hält das Ganze im Zaum und lässt den Wein geschmeidig fließen. Am Ende bleibt die vollmundige Frucht mit etwas Kaffee und Tabak. Well done, sister!

Hier geht die Reise weiter zu:
Weingut Hahnmühle, Mannweiler-Cölln im Alsenztal
Gut Hermannsberg, Niederhausen, Mittlere Nahe
Weingut Emrich-Schönleber, Monzingen, Mittlere Nahe
Weingut Joh. Bapt. Schäfer, Burg-Layen, Untere Nahe

Angebot gültig, solange der Vorrat reicht.

Text: Janne Böckenhauer, Fotos: Michael Bode-Böckenhauer
Weinbeschreibungen: vinocentral-Team

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