Winzerbesuch bei Familie Burlotto im Piemont

Einen besseren Zeitpunkt hätten wir nicht finden können, unsere Woche im Piemont zu verbringen. Wir übernachten auf dem romantischen Bauernhof Cascina Intersenga Uno, direkt neben Vignale Monferato. Das renommierte Weingut Burlotto ist nur 45 min entfernt und gerade mittendrin in der Weinernte. Nach schweren Regenfällen am Montag macht der Betrieb am Dienstag eine Pause, bevor die Nebbiolo-Ernte am kommenden Wochenende weiter gehen soll. 

 

Hinter dem unscheinbaren Eisentor, über das nur die weltbekannte Fassade des alten Familienhauses ein wenig heraus ragt, offenbart sich eine wahre Weingut-Oase. Ein grüner Innenhof mit angrenzender Produktionshalle und Probierzimmern im alten Haupthaus des Familienbesitzes. Alles fachmännisch und bis ins Detail instand gehalten und renoviert.

 

Fabio empfängt uns mit Freude, scheinbar ausgeruht und entspannt. Nur an seinen Händen merkt man, was in den letzten Wochen zu tun gewesen ist. Er ist sehr zufrieden mit dem Jahrgang und der bis jetzt geschafften Lese.

In den großen Gärtöpfen aus Holz stehen die Dolcetto- und Barbaresco-Trauben noch auf der Maische. Einige andere Töpfe sind schon wieder geleert und warten auf den Nebbiolo.

 

In den vielen Jahrzehnten ihres Bestehens als Weingut hat die Familie zahlreiche neue Wege der Verarbeitung ausprobiert. Doch obwohl sie offen durch die Welt des Weinbaus geht, ist sie im Wesentlichen bei der alten Tradition ihrers Urgroßvaters geblieben.

   

Obwohl gerade an einem neuen Keller, angrenzend an die alten Räumlichkeiten gearbeitet wird, lagern noch immer alle Fässer unterhalb des Haupthauses.

 

Im Probierzimmer finden wir das effektvolle Mehrfach-Portrait des Urgroßvaters, das wir gleich mit der effektvollen Reflexion des Kronleuchters aus dem Probezimmer fotografiert haben.

 

Wir probieren zunächst einen Sauvignon Blanc, den die Familie aufgrund einer persönlichen Vorliebe vor langer Zeit gepflanzt hat. Es sind sehr alte Reben und der kreidehaltige Boden gibt dem Sauvignon eine wunderbare Salzigkeit und Frische. Die Fässer, in denen er reift, sind aus Akazienholz:

1) Sauvignon Blanc 2017 Alte Reben

2) Dolcetto D' Alba 2017  – Im Juli auf die Flasche gekommen, hergestellt ganz klassisch, mit nur zu 50% entrappten Trauben.

3) Barbera D' Alba 2017 – Trotz des warmen Jahres 2017 ist es hier erfolgreich gelungen, die Frische zu bewahren.

4) Barbera D'Alba 2017 – Ausnahmsweise im Doppelbarique ausgebaut, da Burlotto ja seine Barolos in der Regel ganz ohne Barrique zu wunderbar geschmeidigen Weinen reifen lässt.

5) Langhe Nebbiolo 2017 – Die Trauben stammen von einem neu erworbenen Weinberg, der für diesen Wein seine ersten Trauben lieferte. Sobald die Trauben stark genug sind, wandern sie dann in den Barolo.

6) Barolo classico 2014 – Leichte Erdbeere und wunderbare, trinkreife Frische und Frucht.

7) Barolo Monvigliero 2014 – Sanfte, feminine, weiche und florale Noten sowie harmonische Würze.

8) Barolo Cannubi 2014 – Maskuline Mineralität und dunkle Noten.

Kurz treffen wir noch Fabios Schwester ..., die als Architektin persönlich die Erweiterung des Kellers direkt neben dem alten Familienhaus überwacht.

Jetzt hoffen wir darauf, diese Weine auch bald hier in Darmstadt trinken zu dürfen. Wir verabschieden uns nach zwei Stunden in ein atemberaubendes, glasklares Piemont mit tausenden Hügeln, gekrönt von unzähligen Kirchtürmen und umgebenden von jetzt bereits schneeweißen Bergen an fast allen Seiten.

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