Montonale, Lombardei
Foto©Montonale
Von bäuerlichen Wurzeln zur modernen Kellerei
Die Geschichte von Montonale ist eng mit der Familie Girelli verbunden. Anfang des 20. Jahrhunderts bewirtschaftete Francesco Girelli in den Hügeln von Desenzano erste Rebflächen mit Turbiana, Cabernet Sauvignon und Merlot. Sein Sohn Aldo erweiterte den Besitz und machte den Lugana überregional bekannt.
1998 fand aufgrund erbrechtlicher Konflikte die vorerst letzte Lese statt – große Teile der Weinberge wurden gerodet, die Tradition schien verloren. Doch zwei Jahre später erhielt die Familie erneut Rebflächen, und Roberto Girelli entschied sich, das Erbe fortzuführen. 2002 verantwortete er seine erste Lese, 2004 erschien der erste Lugana des neuen Projekts. 2010 wurde der Betrieb nach seinem Heimatort benannt: Montonale.
Mit dem Bau des neuen Weinkellers 2012 begann eine Phase gezielter Weiterentwicklung. Heute führen Roberto, Claudio und Valentino Girelli das Weingut gemeinsam mit dem Ziel, das Potenzial der Turbiana neu zu definieren.
Eleganz, Mineralität, Charakter
Die Weinberge umfassen rund 35 Hektar rund um den Weinkeller. Die kalk- und tonreichen Böden, durchzogen von Gesteinsfragmenten, bilden die Grundlage für elegante, mineralisch geprägte Weine. Bewirtschaftet wird nach integriertem Anbau, gelesen ausschließlich von Hand in mehreren Durchgängen.
Im Keller verbindet Montonale technisches Know-how mit Respekt vor dem Terroir. Die Moste vergären mit eigenen Hefen, längere Reife auf der Feinhefe verleiht den Weinen zusätzliche Tiefe. Ziel ist es, die Turbiana als Rebsorte mit Identität und Lagerfähigkeit zu zeigen – mit Weinen, die sich über Jahre entwickeln.
Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle: Der moderne Keller wurde mit atmungsaktiven Materialien wie Reisstroh errichtet, eine Photovoltaikanlage sorgt für weitgehende Energieautonomie. Die Weine zeichnen sich durch niedrigen Sulfitgehalt und hohe Bekömmlichkeit aus.
Montonale steht für einen präzisen, eleganten, mineralischen Lugana-Stil – mit dem Anspruch, das große Potenzial dieser unterschätzten Region sichtbar zu machen.
Lugana – mehr als Dolce Vita
Lugana – der wohl charmanteste Weißwein Norditaliens. Das Anbaugebiet liegt südwestlich des Gardasees, überwiegend in der Lombardei, teilweise in Venetien, und trägt seit 1967 den DOC-Status. Die Hauptrebsorte ist Turbiana (auch Trebbiano di Lugana genannt), die zu mindestens 90 Prozent den Charakter prägt: frisch, einladend, fruchtbetont.
Die Region lebt vom Zusammenspiel aus See, Wind und Boden. Der Gardasee wirkt als natürlicher Temperaturregler. Tagsüber weht die „Ora" vom Süden über das Wasser, nachts folgt der kühlere „Pelèr" aus den Bergen. Diese Winde fördern gesunde Trauben und unverkennbare Aromatik. Hinzu kommen kalkhaltige Tonböden eiszeitlichen Ursprungs, die den Weinen feine Mineralität verleihen.
Dass Lugana aber mehr ist als eine Urlaubsregion mit mediterranem Flair, beweist die Azienda Agricola Montonale Jahr für Jahr – und das, obwohl die Existenz des Weinguts einmal auf der Kippe stand.
Rosa di Notte Riviera di Garda Classico 2023
Montonale
