Die Pfalz im Glas

Die Pfalz im Glas

Fragt man Stefanie Weegmüller-Scherr nach dem Erfolgsgeheimnis des Pfälzer Weins, antwortet sie: „Das Geheimnis ist, dass wir keine Geheimnisse haben und nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht.“ Die Winzerin aus Neustadt an der Weinstraße, die 1988 als erste Frau in Deutschland die volle Verantwortung in einem Weinkeller übernahm, setzte von Anfang an auf Austausch. Besonders gerne gibt sie ihre Erfahrungen an junge Menschen weiter. Über 50 Lehrlinge hat sie schon ausgebildet, die Hälfte davon Mädchen.

Eine Haltung, die sich fortsetzt: Die junge Generation der Pfalz ist gut vernetzt. Die Nachwuchswinzer*innen studieren heute in den Weinfachschulen von Weinsberg oder Geisenheim und knüpfen bereits dort intensive Kontakte, die sie auch im Berufsleben aufrechterhalten. In den vergangenen Jahren sind daraus Initiativen wie „Generation Pfalz“, „Südpfalz ConneXion“ oder „Generation Riesling“ entstanden. Allen gemeinsam ist es das Ziel, auf die Qualität ihrer Weine über die eigene Region hinaus aufmerksam zu machen und neue Zielgruppen zu gewinnen.

von li nach re: Stefanie Weegmüller-Scherr, Blick auf Neustadt-Haardt, Wappen am Gutshaus (c) J. Böckenhauer (1 + 3), Weegmüller (2)
von li nach re: Stefanie Weegmüller-Scherr, Blick auf Neustadt-Haardt, Wappen am Gutshaus (c) J. Böckenhauer (1 + 3), Weegmüller (2)

Zu den 20 jungen Pfälzer Winzer*innen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, als „Generation Pfalz“ deutschlandweit Lust auf den Pfälzer Wein zu machen, gehört Johannes Jülg. Seit fünf Jahren sorgt er im Schweigener Familienbetrieb direkt an der Grenze zu Frankreich dafür, dass die Weine von deutsch-französischer „jumelage“ [Partnerschaft] geprägt sind. Damit hat er dem Weingut zu einem „beachtlichen [Qualitäts]Sprung nach oben“ (Die Welt) verholfen.

von li nach re: Johannes Jülg, Grenzstein im Weinberg der Jülgs, Blick auf Schweigen (c) J. Böckenhauer
von li nach re: Johannes Jülg, Grenzstein im Weinberg der Jülgs, Blick auf Schweigen (c) J. Böckenhauer

An der Spitze schon lange mit dabei ist das Weingut Von Winning. Namensgeber Leopold von Winning war 1907 an der Gründung des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) beteiligt. Das Augenmerk liegt von jeher auf sogenannten „Großen Gewächsen“, die das außergewöhnliche Terroir von Deidesheim, Ruppertsberg und Forst in besonderer Weise abbilden. Nach einer bewegten Geschichte leitet heute Stephan Attmann den Betrieb und wird dem traditionell hohen Anspruch mehr als gerecht.

von li nach re: Gutshaus und Weinkeller Von Winning, M. Bode-Böckenhauer an der Lage Forster Ungeheuer (c) J. Böckenhauer
von li nach re: Gutshaus und Weinkeller Von Winning, M. Bode-Böckenhauer an der Lage Forster Ungeheuer (c) J. Böckenhauer

Neben der Überzeugung, dass man als Team deutlich mehr erreichen kann als alleine, setzt sich bei der jungen Winzer-Generation immer mehr die ökologische Anbauweise durch. Das Weingut Eymann aus Gönnheim hat dabei eine Vorreiterrolle inne. Bereits 1984 stellte der heutige Senior Rainer Eymann auf Bio um. Als nächster Schritt folgte die Hinwendung zur Biodynamie, die Sohn Vincent bis heute verfolgt. Auch Sven Leiner vom Weingut Jürgen Leiner in der Südpfalz ist überzeugter Biodynamiker. Seine Weine besitzen Eigenständigkeit und Charakter, wie man es nur selten findet. Und weil in der Biodynamie der Wein als eine Art Chronik des Jahresverlaufs gilt – ist kein Jahrgang wie der andere.

von li nach re: Rainer Eymann, Vincent Eymann, Sven Leiner (c) Weingut Eymann (1 + 2) und Weingut J. Leiner (3)
von li nach re: Rainer Eymann, Vincent Eymann, Sven Leiner (c) Weingut Eymann (1 + 2) und Weingut J. Leiner (3)

Schließlich sind da noch Steffen und Andreas Rings aus Freinsheim. Die Brüder gelten als Shootingstars der Pfalz. Seit sie die Regie auf dem Weingut an der Mittelhaardt übernommen haben, geht es stetig bergauf. Beleg dafür ist unter anderem die Aufnahme in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Jetzt sind auch sie dabei, ihren Betrieb auf biologischen Anbau umzustellen.

von li nach re: Lage Kallstadter Steinacker, Steffen und Andreas Rings (c) Weingut Rings
von li nach re: Lage Kallstadter Steinacker, Steffen und Andreas Rings (c) Weingut Rings

VDP-Alt- und -Neumeister, Bio-Pioniere und -Anwärter – Es gibt viele offene Geheimnisse zu entdecken. Eymann und Rings bringen zudem Farbe ins Glas: Dank ihnen sind auch Merlot, Spätburgunder und eine Cuvée aus Merlot, St. Laurent, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon mit dabei.

Weingut Weegmüller, Neustadt an der Weinstraße
Grüner Veltliner Vom Balkon der Pfalz QbA 2015
Cuvée 3 Schestern vun de Haardt QbA 2015
Rebsorten: Scheurebe, Weiß- und Grauburgunder

Weingut Jülg, Schweigen
Gelber Muskateller QbA 2015
Chardonnay Sonnenberg trocken QbA 2014
Crément brut 2014
Rebsorten: Weißburgunder und Spätburgunder

Von Winning, Deidesheim
Drachen-Riesling trocken QbA 2015
Riesling Deidesheimer Paradiesgarten VDP Erste Lage 2015
Riesling Ungeheuer VDP Großes Gewächs trocken 2014

Weingut Eymann, Gönnheim
Merlot trocken Toreye QbA bio demeter 2013
Ménage à trois trocken Toreye QbA bio demeter 2015
Rebsorten: Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder

Weingut Jürgen Leiner, Ilbesheim
Chardonnay trocken Handwerk QbA bio demeter 2015
Weißer Burgunder trocken Kalmit QbA bio demeter 2013
Riesling trocken Kalmit QbA bio demeter 2014

Weingut Rings, Freinsheim
Grauburgunder trocken VDP. Gutswein 2015
Freinsheim Sauvignon Blanc trocken VDP. Ortswein 2015
Steinacker Riesling trocken VDP. Erste Lage 2015
Steinacker Spätburgunder trocken Lagenwein – Erste Lage 2014
Das kleine Kreuz Lagenwein vom Kreuz 2014
Rebsorten: Merlot, St. Laurent, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon

Die angegebenen Preise sind Mitnahme-Preise und beziehen sich auf 0,75 l
Angebot gültig, so lange der Vorrat reicht.
Text: Janne Böckenhauer
Titelbild: Weingut Rings, Form: Daniela Martinovic

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