Winzersekt in aller Munde! 
Ein Besuch bei Griesel & Compagnie – Shooting Star der „neuen deutschen Sektklasse“

Der Gault&Millau schwärmt in seiner aktuellen Ausgabe: „Jetzt knallt’s! Nach Jahren des Mauerblümchen-Daseins erlebt deutscher Sekt eine neue Blüte. Noch nie war er so komplex, so vielfältig und begeisternd wie heute.“ Die Wochenzeitschrift Spiegel setzt gleich noch einen drauf: „Inzwischen können sich die besten Winzersekte mit der Champagne messen.“ 

Einer, der an diesem Erfolg maßgeblich beteiligt ist, ist der 33-jährige Niko Brandner. Dem ehemaligen Banker war das Geldgeschäft zu langweilig geworden, woraufhin er umsattelte, in Neustadt Weinbau studierte und anschließend zunächst bei Weingut Fürst in Bürgstadt und dann bei keinem geringeren als Volker Raumland anheuerte, der schon 26 Jahre lang Maßstäbe für die deutsche Schaumweinerzeugung setzt.
Seit 2013 leitet Brandner selbst in Bensheim das vom Investorenehepaar Streit in der ehemaligen hessischen Staatsdomäne gegründete Sekthaus Griesel & Compagnie. Gleich mit seinem ersten Jahrgang katapultierte er es an die Spitze der „neuen deutschen Sektklasse“ (Spiegel online, 13.12.2016). 

Anders als bei Raumland und jetzt bei Griesel & Compagnie ist Sekt bei vielen deutschen Winzern oftmals nur ein Nebenprodukt. (Auch wenn hier und da gute Ergebnisse erzielt werden!) Was aber Wunderbares dabei herauskommt, wenn das ganze Augenmerk auf der Sekterzeugung liegt, zeigt uns Brandner bei unserem Besuch von Griesel & Compagnie im historischen Kreuzgewölbekeller: Dort hat er seine Grundweine auf viele verschiedene Fässer unterschiedlichen Alters und Größe, aus Holz oder Edelstahl verteilt. Obwohl auch der aktuelle Jahrgang schon vor rund drei Monaten ins Fass gekommen ist, blubbert es nach wie vor hier und da. Das liegt daran, dass der Rebensaft ganz sich selbst überlassen wird. Keine Enzyme, keine Reinzuchthefen, kein Schwefel gibt Brandner seinem Grundweinen – nur ganz viel Zeit, um spontan zu vergären und sich selbst zu klären. Zudem werden seine Cuvées nicht allein aus verschiedenen Rebsorten verschnitten, sondern auch aus unterschiedlichen Fasspartien.

Was das ausmacht, dürfen wir vor Ort kosten, zunächst unten im Keller: Brandner lässt uns einen 2015er Riesling aus ein und der selben Bergstraßen-Lage direkt aus dem Fass – einmal Holz, einmal Edelstahl – probieren: Obwohl beide Grundweine die gleichen Analysedaten haben, kommen sie komplett unterschiedlich daher. Der Riesling aus dem Holzfass ist bereits durchvergoren und schmeckt angenehm rund. Der aus dem Edelstahltank besitzt noch 10 g/l Säure und wirkt deutlich kantiger. „Die Mischung macht’s“, sagt Brandner. „Meine Sekte sollen nicht strahlig, fruchtig sein, sondern weich und cremig. Dafür ist die Charge aus dem Holz da. Obwohl nicht als Holzton wahrnehmbar, verleiht sie Struktur. Würde ich anderseits nur Wein aus dem Holzfass nehmen, wäre der Sekt wiederum viel zu fett.

Oben in der Vinothek verkosten wir dann die fertigen Griesel-Sekte. Fein perlend funkeln sie im Glas. „Die Perlage wird durch die Pressung der Trauben beeinflusst“, erklärt uns der Winzer. „Es muss sehr vorsichtig abgepresst werden, damit so wenig wie möglich Gerbstoffe und Wachs von der Beerenschale in den Most geraten.“ Er selbst presst so schonend, dass nur 50 % des Saftes aus den Trauben herauskommen. Verschwenderisch? Nein, absolut richtig, wie das Ergebnis zeigt. Feiner Griesel! Einfach umwerfend!

Oben li nach unter re: Das Gebäude der ehemaligen hess. Staatsdomäne von 1895, heute Griesel & Compagnie, benannt nach dem umgangssprachlichen Namen des Ortsteils „Griesel“. Das Wappen im ehemaligen Ballsaal erzählt von der einstigen Zugehörigkeit zum Land Hessen. Niko Brandner mit dem vinocentral-Team.
Mitte: Die verschiedenen Fasspartien im Kreuzgewölbekeller. Der alten Kachelofens inspirierte zur Etikettfarbe der Selektion „Prestige“. Alles von Hand geerntet, selbst ausgebaut, gerüttelt und degorgiert – Flasche für Flasche.
Unten: Zeitvertreib während des langen Wartens auf den ersten Jahrgang: selbst gebaute Möbel in der Vinothek. Qual der Wahl: das vinocentral-Team bei der Entscheidungsfindung für sein Sortiment. Musik im Keller – Musik in der Flasche.

Hinweis: Auch die im Spiegel-Artikel genannten Winzersekte von Weinrich und Raumland sind im vinocentral erhältlich.

Tags: Winzersekt
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