Die zwei Seiten des Rheins | Newsletter März 2026 | vinocentral Gusto Nr. 5

Ein Bild von Mathieu Kauffmann sowie Sophie und Steffen Christmann im Sektkeller

Rheingau und Rheinhessen – zwei Weinregionen, ein Fluss, und doch Welten dazwischen. Zumindest wenn es nach den jeweiligen Bewohner*innen geht. Wer in Wiesbaden wohnt, schaut mitunter verächtlich auf Mainz – und umgekehrt. Die „Ebsch Seit'“, die jeweils andere Rheinseite, ist eben immer die verkehrte. Alles eine Frage der Perspektive – auch beim Wein.

Der Rheingau gilt als „Geburtsort des Rieslings“ und als spirituelles Zentrum des deutschen Weins. Rheinhessen dagegen hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich: vom „Liebfrauenmilchparadies“ zur vielleicht dynamischsten Weinregion Deutschlands.

Für uns im vinocentral gibt es natürlich keine falsche Rheinseite. Im Gegenteil: Die Vielfalt beider Regionen macht ihren Reiz aus. Eine kleine Auswahl findet Ihr in diesem Newsletter – noch mehr beim Großen Weinabend am 21. März im vinocentral(siehe unten).

 
Ein Bild von zwei Flaschen des Cuvée Brut Nature von Bastian Benny mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett
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Bei Bastian Beny aus Wintersheim verraten die Etiketten bereits etwas über den Stil: Der Vogel steht für die saftigen, zugänglichen Weine des Guts. Auch die Grande Cuvée Brut Nature 2023 setzt ganz auf Frische und Trinkfluss. Der Sekt aus überwiegend Weißburgunder und Riesling reift rund zwölf Monate auf der Hefe; etwa die Hälfte der Grundweine wird im alten Holz ausgebaut.

Im Glas zeigt er sich frisch und animierend mit zarter Gelbfrucht, Zitrusnoten und feinen Anklängen von hellem Brot. Brut nature degorgiert, mit lebendiger Perlage und präziser Säure – puristisch, trocken und äußerst trinkfreudig.

Grande Cuvée Brut Nature bio demeter 2023, Bastian Beny, Wintersheim/Rheinhessen 0,75l – 19,60 € Direkt zum Shop

 
Ein Bild von zwei Flaschen des Hallgartener Riesling von Kühn mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

Der Hallgarten Alte Reben 2023 von P.J. Kühn zählt zwar zu den „kleineren“ Kühn-Rieslingen, zeigt aber bereits eindrucksvoll die Handschrift des Hauses: puristisch, präzise und mineralisch. Die Trauben stammen aus hoch gelegenen Hallgartener Lagen mit Phyllit-, Schiefer- und Quarzitböden. Spontanvergoren, teils im großen Holzfass ausgebaut und nach mehrmonatigem Hefelager gefüllt. Eine erste Flaschenreife hat dem Wein bereits zusätzliche Harmonie verliehen.

Im Duft gelber Apfel, reifes Steinobst und weiße Blüten. Am Gaumen trocken, klar und straff mit feiner Zitrusfrische, würzigem Zug und salzig-mineralischem Finish. Ein eleganter, spannungsvoller Riesling mit viel Charakter.

Riesling Hallgarten Alte Reben QbA bio demeter 2023, P.J.Kühn, Oestrich-Winkel/Rheingau 0,75l – 19,50 € Direkt zum Shop

 
Ein Bild von zwei Flaschen des Rheinriesling von Kissinger-Bähr mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

Der Rheinriesling 2024 von Kissinger-Bähr markiert ein neues Kapitel im Winzerleben von Moritz Kissinger: Neue Weinberge am Roten Hang in Nierstein sind hinzugekommen, und durch die Hochzeit mit Jasmin Bähr ziert nun auch ein neuer Name das Etikett. Stilistisch bleiben die beiden Jungwinzer*innen dem klaren, authentischen Stil von Moritz treu.

Die Trauben stammen aus Lagen entlang der Rheinfront wie Dienheimer Kreuz, Tafelstein und Oppenheimer Herrenberg. Lösslehm- und Kalkmergelböden verleihen dem Wein seine filigrane Art und eine feine salzige Mineralität.

Im Glas zeigt er sich straff und zitrisch mit kräutrigen und floralen Noten. Am Gaumen saftig, strukturiert und voller Spannung – ein wunderbar trinkfreudiger Riesling für gesellige Abende.

Rheinriesling QbA 2024, Kissinger-Bähr, Uelversheim/Rheinhessen 0,75l – 17,80 € Direkt zum Shop

 
Ein Bild von zwei Flaschen des Riesling Kabinett von Groebe mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

Kabinett-Weine erleben gerade wieder eine kleine Renaissance – obwohl sie eigentlich nie verschwunden waren. Kein Wunder: Ihre Leichtigkeit und Finesse, gepaart mit moderatem Alkoholgehalt, sorgen für enormen Trinkfluss. So auch bei diesem klassisch rheinhessischen Riesling Kabinett vom Weingut K.F. Groebe.

Die Trauben stammen heute nicht mehr ausschließlich aus der Großen Lage Aulerde, sondern zum Teil auch aus dem kalksteingeprägten Kirchspiel – was dem Wein zusätzliche Würze und mineralische Spannung verleiht.

In der Nase exotische Frucht, begleitet von Zitrusnoten und feiner Kräuteraromatik. Am Gaumen saftig und lebendig mit fesselndem Säurenerv, der die deutliche Restsüße perfekt ausbalanciert. Ein wunderbar animierender Kabinett – besonders gut zu pikanten Gerichten der asiatischen Küche.

Riesling Kabinett 2024, K.F. Groebe, Westhofen/Rheinhessen 0,75l – 12,90 € Direkt zum Shop

Ein Bild von zwei Flaschen des Eltviller Sonnenberg Riesling Spätleses Riesling Kabinett von Becker mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

fein, verspielt & voller Ausdruck

Diese klassische Spätlese von J.B. Becker stammt aus dem historischen Kernstück des Eltviller Sonnenbergs, hoch oben am Hang auf kargen Böden. Im Vergleich zu den tiefer gelegenen Lehmböden entstehen hier besonders ausdrucksstarke und fein strukturierte Rieslinge.

Mit etwas über 40 g/l Restzucker zeigt sich eine für Becker typische Spätlese. In der Nase reife Aromen von Pfirsich, gelber und orangener Frucht, begleitet von zarter Würze und feinen Reifenoten. Am Gaumen tänzelnd und zart, zugleich intensiv und kraftvoll – mit Mirabelle, saftiger Melone und fein ziselierter Säure, die die Süße elegant balanciert. Eine hedonistische Spätlese – delikat, verspielt und voller Ausdruck.

Riesling Eltviller Sonnenberg Spätlese 2018, J.B.Becker, Walluf/Rheingau 0,75l – 19,00 € Direkt zum Shop

 
Foto einer von Arbeit gezeichneten Hand mit einer überreifen Traube

Riesling zählt zu den vielschichtigsten und vielseitigsten Rebsorten der Welt – und wir sind bekennende Fans. Von federleichtem Kabinett über präzise, trockene Terroir-Weine bis hin zu gereiften Spätlesen zeigt kaum eine Rebsorte so viele Facetten.

Gut, dass die Weinzeitschrift Vinum sich die gängigen Klischees über Riesling einmal vorgenommen hat. >>> 5 Klischees über Riesling – jetzt lesen

 
Ein Bild von zwei Flaschen des Ingelheimer Spätburgunder von Adams mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

saftig, elegant & charaktervoll

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Der Ingelheimer Spätburgunder 2023 von Simone Adams stammt aus verschiedenen Parzellen am Ingelheimer Berg, geprägt von Löss- und Kalksteinböden. Ein Teil der Trauben wird mit Rappen spontan vergoren, anschließend reift der Wein zwölf Monate überwiegend im großen Holzfass, bevor er ohne Schönung oder Filtration gefüllt wird.

Im Glas zeigt er ein sattes, transparentes Rubinrot. In der Nase Süßkirsche und rote Beeren, dazu getrocknete Kräuter, ein Hauch Minze sowie erdige und florale Anklänge. Am Gaumen saftig, schlank und elegant mit seidigem Tannin, feinem Säurerückgrat und leichtem Grip – ein schon jetzt sehr zugänglicher Spätburgunder mit viel Charakter, der in dieser Preisklasse sicherlich seinesgleichen sucht.

Spätburgunder Ingelheim QbA bio 2023, AdamsWein, Ingelheim/Rheinhessen 0,75l – 15,00 € Direkt zum Shop

Tipp: Winzerin Simone Adams kommt ins vinocentral!  28.5. Frauensache: Wein! | Moderierte Weinprobe nur für Frauen | Infos und Tickets hier

 
Ein Bild von zwei Flaschen des  Spätburgunder Höllenberg von Saalwächter mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

                                   Saalwächters Spätburgunder vom Höllenberg

La Première ist Carsten Saalwächters Einstiegswein auf der „falschen“ Rheinseite. Falsch deshalb, weil das Weingut des Jungwinzers eigentlich im rheinhessischen Ingelheim liegt, er aber auch Parzellen im Rheingau bewirtschaftet – am Fuße des Assmannshäuser Höllenbergs. Statt Kalk prägt hier grauer Schiefer das Terroir.

Und wieder einmal zeigt sich eindrucksvoll, dass Wein von seiner Herkunft erzählen kann. Ausgebaut nach den gleichen Prinzipien wie die Ingelheimer Weine, zeigt der Spätburgunder La Première eine deutlich dunklere Frucht von Cassis, Waldbeeren und Zwetschge, dazu eine markante, steinige Würze mit Anklängen von Feuerstein. Am Gaumen saftig und filigran mit tänzelnder Säure und feinen, harmonischen Tanninen. Im Nachhall klar, würzig und mineralisch.

Spätburgunder Assmannshausen La Première 2021, Carsten Saalwächter, Assmannshausen/Rheingau 0,75l – 29,00 € Direkt zum Shop

 
Ein Bild von zwei Flaschen des  Grosser Bruder von Karl May mit Blick auf das vordere und rückseitige Etikett

„Großer Bruder – großes Rotweinhandwerk. Kraftvoll und leise, sodass man ein bisschen zu ihm aufschaut!“, heißt es auf dem Rückenetikett dieses Weins. Wer könnte Freud und Leid des Geschwisterdaseins besser beschreiben als Fritz und Peter May, die gemeinsam das Weingut Karl May führen.

Der „Große Bruder“ ist eine kraftvolle, zugleich elegante Cuvée aus Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Merlot in der Gegensätze zu einem harmonischen Ganzen finden. In der Nase Zwetschgenmus und Amarenakirsche, dazu im Abgang Anklänge von geröstetem Brot, Leder und Schwarzwälder Schinken.

Großer Bruder QbA bio 2021, Karl May, Osthofen/Rheinhessen 0,75l –  35,00 € Direkt zum Shop

 
Der Blick auf den Rhein durch blühende Obsbäume an einem wolkenlosen Frühlingstag

Großer Weinabend mit 12 Weinen aus Rheingau & Rheinhessen

Am Samstag, 21. März, widmet das vinocentral den beiden gegenüberliegenden Weinregionen Rheingau und Rheinhessen einen großen Weinabend.

Folgende Weingüter sind mit einem Wein vertreten:

Aus Rheinhessen: AdamsWein | Bastian Beny | K.F. Groebe | Klaus Peter Keller | Kissinger-Bähr | Weingut Karl May | Wittmann | 

Aus dem Rheingau: J.B.Becker | Weingut Georg Breuer | Weingut P.J.Kühn | Carsten Saalwächter | Saltaren Wines | 

Samstag, 21. März 2026, ab 18 Uhr
Ort: vinocentral, Platz der Dt. Einheit 21, Darmstadt
Teilnahmegebühr inklusive Degustationskarte für alle 12 Weine (12 x 0,04l) & Sitzplatzreservierung: 35 €
Bei einem Weineinkauf ab 350 € am Abend der Veranstaltung gibt es 10 % Rabatt.

NEU: Für diesen Weinabend bieten wir gestaffelte Startzeiten an. Der Ticketverkauf erfolgt direkt über unser Reservierungssystem.  Mit der Reservierung sichert Ihr Euch automatisch Eure Tickets für die Weinprobe mit den zwölf ausgewählten Weinen. Ihr könnt Eure Startzeit frei wählen – auch vor oder nach 18 Uhr. Die Tischreservierung gilt für drei Stunden.
Wichtig: Die zwölf Weine der Weinprobe werden ausschließlich zwischen 18 und 22 Uhr ausgeschenkt.

 
Ein Bild mit Blick in das Lokal von Goffried Pachers "Zu Tisch" dem Veranstaltungsort unseres Wine-Dining Abend

Auf Einladung des vinocentrals präsentiert Winzer Florian Fauth vom Weingut Seehof seine Weine zu einem frühlingshaften Vier-Gänge-Menü von Gottfried Pacher.
Das Weingut liegt im historischen Ortskern der rheinhessischen Gemeinde Westhofen. Florian Fauth steht für einen klaren, eleganten Stil, der die berühmten Westhofener Lagen präzise und charaktervoll widerspiegelt.

Gottfried kocht · Florian erzählt · das vinocentral schenkt ein

Beginn: 18.30 Uhr
Ort: Gottfried Pacher – Zu Tisch, Dieburger Str. 98d, Darmstadt
Preis: Vier-Gänge-Menü plus Amuse-Gueule und Begleitung durch sieben hochwertige Weine (7 x 0,1l) sowie Wasser & Kaffee – 150 € pro Person Teilnahme sichern

 
 

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I Redaktion: Janne Böckenhauer I Weinbeschreibung: vinocentral-Team I Form: Daniela Martinovic I
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