Bertrand et Axelle Machard de Gramont, Burgund
Biologische Bewirtschaftung und stilistische Neuausrichtung
Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte das Weingut 2005, als Tochter Axelle nach mehreren Jahren in Paris in die Heimat zurückkehrte. In der Hauptstadt war sie erstmals intensiv mit der Bewegung des ökologischen Weinbaus in Berührung gekommen – ein Einfluss, der die Domaine fortan nachhaltig prägen sollte. Mit ihrer Rückkehr begann eine umfassende Neuausrichtung: Axelle führte die Weinberge Schritt für Schritt an eine biologische Bewirtschaftung heran, die schließlich 2014 zertifiziert wurde. Heute verantwortet sie die stilistische Ausrichtung der Weine und zählt zu den spannendsten Stimmen ihrer Winzergeneration im Burgund.
Mit rund sechs Hektar Rebfläche gehört die Domaine bewusst zu den kleinen, aber feinen Betrieben der Region. Abseits großer Namen und prestigeträchtiger Grand-Cru-Lagen entstehen hier Weine von großer Finesse und einzigartigem Charakter.
Herzstück: die Terrassen von Les Vallerots
Der Schwerpunkt der Domaine liegt klar in Nuits-Saint-Georges, wo rund 80 Prozent der Rebflächen angesiedelt sind. Das Herzstück bildet die eindrucksvolle Lage Les Vallerots, hoch oben am Hang direkt unterhalb des Waldes. Diese Parzelle wurde über Jahrzehnte hinweg von Bertrands Vater mühsam rekultiviert: Einst brachliegend und überwuchert, mussten zahlreiche kleine Grundstücke zusammengeführt, gerodet und neu bepflanzt werden. Heute erstrecken sich hier rund 2,5 Hektar steiler Terrassen auf kalkreichen Böden.
Die Höhenlage über dem Dorf und die Nähe zum Wald schaffen ein deutlich kühleres Mikroklima. Diese Bedingungen verleihen den Weinen aus Les Vallerots eine besondere Frische, Präzision und mineralische Spannung.
Mehrere Parzellen in Nuits-Saint-Georges und Vosne-Romanée
Ergänzt wird das Portfolio durch weitere charaktervolle Lagen: Les Hauts Pruliers, südlich gelegen, mit kargen, steinigen Böden und ausgeprägter Struktur, sowie Aux Allots im Norden, geprägt von schwereren Tonböden und alten Reben.
Auch in Vosne-Romanée ist die Domaine mit mehreren Parzellen vertreten, darunter Les Barreaux, das inzwischen als eigenständiges Lieu-dit ausgebaut wird. Diese hochgelegenen, nordost-exponierten Weinberge befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu renommierten Lagen wie Cros Parantoux, Les Petits Monts, Aux Brûlées und Richebourg – ein Terroir, das Qualität und Potenzial der Weine eindrucksvoll unterstreicht.
Pure Eleganz und präzise Handschrift
Die Handschrift von Axelle Machard de Gramont steht für Finesse, Eleganz und bemerkenswerte Klarheit. Die Domaine setzt überwiegend auf Pinot Noir, ergänzt durch etwas Aligoté. Die Rotweine werden vollständig entrappt, um Reinheit und feine Frucht zu bewahren. Die Extraktion erfolgt behutsam, der Ausbau weitestgehend in gebrauchten Holzfässern – Neuholz kommt nur sehr sparsam zum Einsatz. Ziel ist es, das Terroir unverfälscht sprechen zu lassen.
Das Ergebnis sind Weine von feiner Textur und großer Ausgewogenheit: geprägt von lebendiger Frische, klarer Frucht und subtiler Struktur. Sie besitzen eine zugängliche, fast schwerelose Eleganz, ohne dabei an Tiefe oder Spannung einzubüßen. Gerade diese Balance aus Charme und Präzision macht die Domaine für uns zu einem der stillen Stars des Burgund – ein Weingut, das zu Recht mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Stiller Star des Burgund
Domaine Bertrand et Axelle Machard de Gramont ist in ihrer heutigen Form ein vergleichsweise junges Weingut, zugleich aber tief in der Geschichte des Burgund verwurzelt. Die Entstehung geht auf das Jahr 1984 zurück, als Bertrand Machard de Gramont nach der Aufteilung eines zuvor gemeinschaftlich geführten Familienbesitzes seinen eigenen Betrieb gründete. Zuvor hatte er unter anderem bei der renommierten Domaine Comte Georges de Vogüé gearbeitet und sich dort ein präzises Verständnis für burgundische Weinbereitung angeeignet.
