Spanien: Terroir al Limit - Priorat

Ein Münchner im Priorat

Erfolgreiche Unternehmer oder gefeierte Musiker, die sich mit ihrem Gewinn den Traum vom eigenen Weingut erfüllen und einen renommierten Önologen beschäftigen, sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Ein bayerischer Student, der aus Liebe zur mediterranen Genusskultur neben dem Marketing- und Wirtschafts-Studium auf einem katalanischen Weingut hospitiert und über Jahre in der italienischen Olivenölproduktion jobbt, um im Priorat ein eigenes kleines Weingut zu finanzieren, indes schon. Die Rede ist von Dominik Huber. Der gebürtige Münchner betreibt seit 2001 in Torroja del Priorat, an den steilen Hängen des Montsantgebirges, das Weingut Terroir al Límit. Gestartet mit Trauben des Weinguts Cims de Porrera in einer kleinen Ecke des Kellers der Eigentümerfamilie Pérez, umfasst Terroir al Límit heute 15 ha Weinberge, bestockt mit uralten Reben, und eine eigene Kellerei samt historischem Gästehaus.

Terroir al Límit – Der Name ist Programm

Doch die Leidenschaft für Speis’ und Trank Kataloniens führte nicht dazu, es den Priorat-Winzern gleich zu tun. Huber und sein langjähriger Kompagnon, der südafrikanische Kultwinzer Eben Sadie, setzten bei ihren Rotweinen nicht auf die in der Region gemeinhin übliche Opulenz. Von Anfang an war es ihr Ziel, aus den autochthonen Rebsorten Garnacha, Cariñena, Garnacha Blanca, Petro Ximénes und Macabeu tiefgründige Weine zu erzeugen, die kompromisslos das Terroir der kargen Schieferhänge widerspiegeln. Dabei orientieren sie sich am Lagensystem des Burgunds: Die Village-Weine (Vi de Vila) wie der „Torroja“ stammen aus den Lagen rund ums Dorf. Die renommierten Weine „Arbossar“ und „Pedra de Guix“ entsprechen den Premier-Cru-Lagenweinen (Vi de Coster). An der Spitze stehen die Grand Cru (Vi d’Altura).

Neuinterpretation des Priorats

Doch der Name „Terroir al Límit“ ist nicht nur im Hinblick auf die Herausarbeitung des Terroirs Programm. Um die bis auf 1.000 Meter Höhe liegenden Parzellen zu bewirtschaften, müssen Huber und sein Team bis an ihr körperliches Limit gehen. Die Hänge sind so steil, dass die Böden nur mit Hilfe von Maultieren bearbeitet und die Trauben ausschließlich von Hand geerntet werden können. 

Auch die knorrigen, alten Rebstöcke haben es nicht leicht. Um zu gedeihen, müssen sie ihre Wurzeln tief in den Boden hineintreiben. Bewässert wird nicht. Dementsprechend gering ist der Ertrag. Mehr als 12 hl/ha sind nicht drin. 

Die Lese beginnt früh. In die Vinifizierung wird so wenig wie möglich eingegriffen. Die Trauben werden nicht entrappt, sondern nur leicht angedrückt. Auf Barrique verzichtet Huber gänzlich, stattdessen verwendet er Zementtanks und alte restaurierte Holzfuder, die keine Holznoten mehr abgeben. Nichts, aber auch gar nichts soll den Ausdruck des Terroirs verfälschen. Das Ergebnis sind elegante Weine, wie man sie in dieser heißen Klimazone nicht erwarten würde. Statt dessen: Mineralität, Lebendigkeit und Frische.

Weingut mit Weltruf, der Region verpflichtet

Dominik Huber hat es geschafft. Seine prägnanten Terroir-Weine sind heute auf den Weinkarten der internationalen Sterne-Gastronomie zu finden. Doch Ruhm allein ist dem charismatischen Winzer zu wenig. Schon seit mehreren Jahren setzt sich Huber mit organischer und biodynamisch geprägter Bodenbearbeitung auseinander. Ihm ist wichtig, den Weinbau im Priorat auch für nachfolgende Generationen zu erhalten – trotz der globalen Erwärmung, die es immer schwieriger macht, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.
Um die Abwanderung junger Menschen aus der Region zu verhindern, animiert er sie dazu, das elterliche Weingut zu übernehmen und auf ökologischen Weinbau umzustellen. Ihre Trauben verarbeitet er zu den hochwertigen, unkomplizierten Cuvées seiner Basis-Linie „Terroir Històric“.
Schließlich hat er sich jüngst einen weiteren Herzenswunsch erfüllt: In seinem frisch eröffneten historischen Gästehaus Cal Compte lässt er nun selbst seine authentischen Weine von puristisch-mediterraner Kochkunst umrahmen. Ein kulinarisches Gesamtkunstwerk – und die Verwirklichung seiner Vision.

Ein Münchner im Priorat Erfolgreiche Unternehmer oder gefeierte Musiker, die sich mit ihrem Gewinn den Traum vom eigenen Weingut erfüllen und einen renommierten Önologen beschäftigen, sind... mehr erfahren »
Fenster schließen
Spanien: Terroir al Limit - Priorat

Ein Münchner im Priorat

Erfolgreiche Unternehmer oder gefeierte Musiker, die sich mit ihrem Gewinn den Traum vom eigenen Weingut erfüllen und einen renommierten Önologen beschäftigen, sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Ein bayerischer Student, der aus Liebe zur mediterranen Genusskultur neben dem Marketing- und Wirtschafts-Studium auf einem katalanischen Weingut hospitiert und über Jahre in der italienischen Olivenölproduktion jobbt, um im Priorat ein eigenes kleines Weingut zu finanzieren, indes schon. Die Rede ist von Dominik Huber. Der gebürtige Münchner betreibt seit 2001 in Torroja del Priorat, an den steilen Hängen des Montsantgebirges, das Weingut Terroir al Límit. Gestartet mit Trauben des Weinguts Cims de Porrera in einer kleinen Ecke des Kellers der Eigentümerfamilie Pérez, umfasst Terroir al Límit heute 15 ha Weinberge, bestockt mit uralten Reben, und eine eigene Kellerei samt historischem Gästehaus.

Terroir al Límit – Der Name ist Programm

Doch die Leidenschaft für Speis’ und Trank Kataloniens führte nicht dazu, es den Priorat-Winzern gleich zu tun. Huber und sein langjähriger Kompagnon, der südafrikanische Kultwinzer Eben Sadie, setzten bei ihren Rotweinen nicht auf die in der Region gemeinhin übliche Opulenz. Von Anfang an war es ihr Ziel, aus den autochthonen Rebsorten Garnacha, Cariñena, Garnacha Blanca, Petro Ximénes und Macabeu tiefgründige Weine zu erzeugen, die kompromisslos das Terroir der kargen Schieferhänge widerspiegeln. Dabei orientieren sie sich am Lagensystem des Burgunds: Die Village-Weine (Vi de Vila) wie der „Torroja“ stammen aus den Lagen rund ums Dorf. Die renommierten Weine „Arbossar“ und „Pedra de Guix“ entsprechen den Premier-Cru-Lagenweinen (Vi de Coster). An der Spitze stehen die Grand Cru (Vi d’Altura).

Neuinterpretation des Priorats

Doch der Name „Terroir al Límit“ ist nicht nur im Hinblick auf die Herausarbeitung des Terroirs Programm. Um die bis auf 1.000 Meter Höhe liegenden Parzellen zu bewirtschaften, müssen Huber und sein Team bis an ihr körperliches Limit gehen. Die Hänge sind so steil, dass die Böden nur mit Hilfe von Maultieren bearbeitet und die Trauben ausschließlich von Hand geerntet werden können. 

Auch die knorrigen, alten Rebstöcke haben es nicht leicht. Um zu gedeihen, müssen sie ihre Wurzeln tief in den Boden hineintreiben. Bewässert wird nicht. Dementsprechend gering ist der Ertrag. Mehr als 12 hl/ha sind nicht drin. 

Die Lese beginnt früh. In die Vinifizierung wird so wenig wie möglich eingegriffen. Die Trauben werden nicht entrappt, sondern nur leicht angedrückt. Auf Barrique verzichtet Huber gänzlich, stattdessen verwendet er Zementtanks und alte restaurierte Holzfuder, die keine Holznoten mehr abgeben. Nichts, aber auch gar nichts soll den Ausdruck des Terroirs verfälschen. Das Ergebnis sind elegante Weine, wie man sie in dieser heißen Klimazone nicht erwarten würde. Statt dessen: Mineralität, Lebendigkeit und Frische.

Weingut mit Weltruf, der Region verpflichtet

Dominik Huber hat es geschafft. Seine prägnanten Terroir-Weine sind heute auf den Weinkarten der internationalen Sterne-Gastronomie zu finden. Doch Ruhm allein ist dem charismatischen Winzer zu wenig. Schon seit mehreren Jahren setzt sich Huber mit organischer und biodynamisch geprägter Bodenbearbeitung auseinander. Ihm ist wichtig, den Weinbau im Priorat auch für nachfolgende Generationen zu erhalten – trotz der globalen Erwärmung, die es immer schwieriger macht, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.
Um die Abwanderung junger Menschen aus der Region zu verhindern, animiert er sie dazu, das elterliche Weingut zu übernehmen und auf ökologischen Weinbau umzustellen. Ihre Trauben verarbeitet er zu den hochwertigen, unkomplizierten Cuvées seiner Basis-Linie „Terroir Històric“.
Schließlich hat er sich jüngst einen weiteren Herzenswunsch erfüllt: In seinem frisch eröffneten historischen Gästehaus Cal Compte lässt er nun selbst seine authentischen Weine von puristisch-mediterraner Kochkunst umrahmen. Ein kulinarisches Gesamtkunstwerk – und die Verwirklichung seiner Vision.

Filter schließen
 
von bis
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
NEU
Terroir al Limit Torroja Vi de la Vila 2014 Torroja 2014 Terroir al Limit
Beim Sammeln von Schlagworten, die das Florale aber auch Animalische dieses Weins beschreiben, drängte sich unserem Verkostungsteam ein Bild besonders auf: Ein abgerittenes Pony auf einer Blumenwiese. Für alle, die diesem Findungsprozess...
29,50 € *
Inhalt 0.75 Liter (39,33 € * / 1 Liter)
NEU
Terroir al Limit Arbossar 2014 Arbossar 2014 Terroir al Limit
Ein Priorat-Wein mit klarer Struktur und Stringenz. Geprägt von der Mineralität der Schieferböden und der klaren, saftigen Kirschfrucht samt Kernen, die das Aromabild der Carignan-Traube bestimmen. Komplex, harmonisch, rund und weich....
57,00 € *
Inhalt 0.75 Liter (76,00 € * / 1 Liter)
NEU
Terroir al Limit Pedra de Guix 2012 Pedra de Guix 2012 Terroir al Limit
Fruchtige Aromen? – Fehlanzeige. Ein Wein, gemacht für diejenigen, die auf Vordergründigkeit verzichten können und stattdessen gerne Tiefgründiges entdecken. Im Glas bernsteinfarbene Fülle. Schon mit dem ersten Schluck schickt uns...
57,00 € *
Inhalt 0.75 Liter (76,00 € * / 1 Liter)
Zuletzt angesehen
Nach oben